Manchmal ist es ja auch einfach schön, dass es Mottotage gibt. Tag der Jogginghose zum Beispiel, auch wenn der seit letztem Jahr März natürlich schon reichlich überstrapaziert wurde. Allerdings durfte dieses Kleidungsstück jetzt endlich die Anerkennung erfahren, die es genau genommen auch verdient.
So ein paar Monate Corona haben da wahrscheinlich deutlich mehr bewirkt als der „Tag der Jogginghose“ an sich, der seit 2009 immer am 21. Januar begangen wird.
Oder es liegt daran, dass man seit seinem Ableben vor zwei Jahren nicht mehr befürchten muss, einen abschätzigen Blick von Karl Lagerfeld zu ernten. Ja, es wird wohl vorallem das sein. Big Karl is watching you! Und dass jetzt seine Nachfolger sogar eine Jogginbüx, Modell Karl für den Preis eines Mittelklasse Herrenanzuges an den geneigten Homeoffice-Worker verbimmeln wollen, hat das Ansehen der Jogginghose deutlich in andere Sphären gehoben.

Eventuell weiche ich gerade massiv ab, ohne überhaupt schon mit meinem eigentlichen Flausenthema begonnen zu haben, aber ich werde jetzt eine sehr spitzfindige Überleitung hierhin tippen, dass einem geradezu die Ohren schlackern wollen. So nämlich:

Wer sowieso gerade in Jogginghose von seinem Arbeitsplatz in den Feierabend hinüber flätzt, kann es sich auch direkt mit seinem aktuellen Schmöker auf dem Sofa bequem machen, denn….. was passt besser zusammen als eine gemütliche Jogginghose, ein bisschen Zeit und ein gutes Buch?

Ha! Na? NA???

Es könnte natürlich auch sein, dass ich mein eigentliches Thema ein wenig vor mir hergeschoben habe, weil ich mir bewusst darüber bin, dass dieses Thema polarisiert… und ich mich außerdem als Literaturbanausin offenbaren muss.
Es ist nämlich so…. in meinem Leben habe ich bisher zwei Bücher unausgelesen beiseite gelegt. Also… mal abgesehen von diversen Schulbüchern insbesondere im Fach Physik.
Das eine war ein isländischer Krimi und das andere, und das ist jetzt der schwierige Teil dieses Geständnisses, war die „Herr der Ringe“- Trilogie. Und zwar nicht so „Naja, zwei Bände habe ich gelesen, dann reicht es jetzt auch erstmal mit Herrn Tolkien.“, Nein! Es hätte auch nur ein einzelner Band statt gleich eines ganzen dreier-Sets sein können, ich habe direkt im ersten Band die Segel gestrichen.
Mein Ansinnen war übrigens redlich. Im Zuge des „Herr der Ringe“-Hypes Anfang der 2000er war ich wirklich davon überzeugt, dass ich dieses Werk nicht nur im Kino sehen, sondern – wenn schon – auch lesen sollte. Nachdem ich den ersten Teil gesehen hatte, fühlte ich mich auch thematisch gut vorbereitet, und versprach mir von meiner Leseaktion tiefere Einblicke in Hobbitseelen und Elbenmächte.

So weit kam ich nicht.

Ich war komplett überfordert damit, die phantasievollen Namen zu entziffern und mir einigermaßen zu merken, ob es sich bei dieser Buchstabenaneinanderreihung wohl um einen Ort oder um eine Person handelte.
Im Grunde sah ich förmlich Herrn Tolkien in Jogginghose und mit zwei geleerten Elbenschnapsflaschen auf dem Sofa flätzen und lustige Namen erfinden – und sich eins ins Fäustchen lachen über die Idioten, die damit nicht zurecht kommen würden. Da half mir auch die Karte von Mittelerde nichts, die vorne oder hinten im Buch abgedruckt war. Und von Frodo und Gandalf war noch lange nicht die Rede, die wären mein Anker gewesen… vielleicht.

Ich habe mir den Rest dann im Kino angeschaut. Alle Teile… und manchmal sogar Ostern nochmal im TV…. auf dem Sofa… in Jogginghose.
Wer sich noch erinnert, wie der isländische Vulkan heißt , der damals plötzlich aktiv war und sogar den Flugverkehr lahmlegte (und ich meine, wie er geschrieben und dann völlig anders ausgesprochen wird!), kann sich grob vorstellen, warum ich den isländischen Krimi mit vielen kleinen Dörfern und noch mehr verdächtigen Personen ziemlich schnell beiseite gelegt hatte.

Ach Mensch…. und wie heißt nochmal der wirklich sehr attraktiv aussehende isländische Fußballspieler bei Let´s Dance!, der auch noch gut tanzen kann UND seine eigene Gin-Marke hat?