Wenn es darum geht, sich als Eltern irgendwie zu engagieren, hat man entweder die Buxe voll Arbeit, so dass man guten Gewissens in eine andere Richtung schaut, sobald ein Satz mit „Wer würde denn…?“ den Raum erfüllt oder man hat schon so häufig bei der Frage genickt, dass man irgendwann reflektorisch direkt unter seinen Stuhl rutscht und unsichtbar wird.

Es läuft doch immer so „Wer würde denn vielleicht eventuell….?“ und zack hat man auch schon an irgendeiner Stelle sein Kreuzchen auf der to-do-Liste gemacht und noch eins und herrje was solls, auch noch eins. Das Ganze ohne Alkohol- oder sonstigen Drogeneinfluss, nee, einfach so, weil im Grunde kein wirklich vernünftiger Grund dagegen spricht es zu tun. Außerdem findet dein Kind dich hierfür wirklich aus tiefstem Herzen so richtig richtig super, du dich selber irgendwie auch, und überhaupt ist es ja- gerade in der heutigen Zeit- einfach ein feiner Zug, irgendwie gemeinschaftlich zu denken. Man wird quasi zur Mutter Theresa des elterlichen Engagements, win-win für alle Seiten. Das ist doch erstmal ein prima Gesamtpaket, wieso klingt es so als wolle ich hiervor warnen? Wo ist hier der Haken?
Ha! Was für eine naive Frage! Denn in dem Moment als du dich für egal welche konkrete Aufgabe bereiterklärt hast, kommt irgendwann ein „Wir würden dann hier mit den Kindern auch etwas schönes basteln…“ und an dieser Stelle passiert es dann: Panik, Schweißausbrüche, Verzweiflung, der Blick auf zwei ungeduldige linke Hände.

Der Haken sind hauchdünne farbige Wachsplatten, die so klebrig und empfindlich sind, dass jede einzelne mit einem extra Papierchen von der anderen getrennt ist. Klebrige und empfindliche Wachsplatten, die zu filigranen Buchstaben und erstkommunionbezogenen Motiven verarbeitet werden sollen, um anschließend auf einem enormen Oschi von Kerze möglichst ästhetisch angeordnet zu werden. Eine Kerze, die dann für den Rest des Jahres unglaublich präsent in der Kirche steht und deren Flamme aus voller Kehle brüllt: “Schaut her! Schon wieder ist eine Mutter kläglich daran gescheitert, eine Kommunionkerze zusammenzuklöppeln, der man nicht ansieht, dass sie zuhause in einem verheerenden Wachsplattenmassaker entstanden ist!“ Zu allem Unglück kommt in diesem Jahr auch noch hinzu, dass wir aktuell keine Treffen mit den Kindern machen dürfen, es ist also glockenklar, dass ich nicht eiskalt lächelnd behaupten kann, die Kinder hätten die Kerze so verhunzt. Ich schätze, dies ist nun endlich mein persönlicher „Danke Corona!“-Moment. Leider kann ich aus der gewonnenen Erfahrung nicht profitieren, denn ich glaube nicht, dass ich nochmal in eine Wachsplattensituation kommen werde.
Übrigens war ich auch schon einmal sehr erfolgreich beim Kinderschminken dabei: „Blumenelfe? Nee, die kann ich nicht, aber ich mach nen super Zombie aus dir!“